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Fahndung nach RAF-Mitgliedern läuft weiter - Neue Durchsuchung in Berlin
Bei der Fahndung nach den gesuchten beiden mutmaßlichen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub haben Ermittler am Montag in Berlin eine weitere Wohnung durchsucht. Die Gesuchten wurden darin aber nach Angaben des federführenden niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA) in Hannover nicht gefunden. Bereits am Sonntag hatten Beamte eine Wohnung und einen Bauwagen durchsucht.
Hinweise auf die am Montagmorgen durchsuchte weitere Wohnung im Stadtteil Friedrichshain ergaben sich laut LKA im Rahmen der seit Tagen andauernden Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen. Nach der neuerlichen Durchsuchung werde weiterhin nach Hinweisen und Anhaltspunkten gesucht, teilte eine Sprecherin in Hannover mit. Die Fahndungsmaßnahmen liefen unverändert weiter.
Am Montag waren Polizisten zudem erneut auf dem Gelände in Friedrichshain im Einsatz, das bereits am Sonntag durchsucht worden war und auf dem Garweg laut Ermittlern "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in einem Bauwagen gelebt hatte. Die Maßnahmen fänden aber verglichen mit dem Vortag in "deutlich reduzierter" Form statt, betonte die LKA-Sprecherin. Es sei normal, dass sich "im Nachgang" zu einem Einsatz noch weitere Dinge abgeklärt werden müssten.
Garweg und Staub sollen gemeinsam mit der vergangene Woche in Berlin festgenommenen mutmaßlichen RAF-Terroristin Daniela Klette bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte begangen haben, um ihr mehr als 30 Jahre andauerndes Leben im Untergrund zu finanzieren. Die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden ermittelt deshalb unter anderem wegen versuchten Mordes. Nach Klettes Festnahme intensivierte die Polizei in Berlin die Fahndung nach ihren beiden mutmaßlichen Komplizen.
Klette, Staub und Garweg werden der dritten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) zugerechnet - einer für zahlreiche Morde sowie Anschläge verantwortlichen linksextremistischen Gruppierung, die ab Anfang der 70er Jahre aktiv war und sich 1998 selbst für aufgelöst erklärte. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie noch aktiv ist. Über das Innenleben der dritten RAF-Generation ist wenig bekannt, ihre Mordtaten sind bisher unaufgeklärt.
Bei dem am Sonntag durchsuchten Grundstück handelt es sich um ein vor allem von der alternativen Szene genutztes Brachgelände, auf unter anderem dem Baracken, Wohnmobile und Wohnwagen stehen. Den mutmaßlich von Garweg genutzten Bauwagen beschlagnahmten Ermittler und transportierten ihn ab.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden äußerte am Montag die Hoffnung, insbesondere der flüchtige Garweg können sich den Behörden stellen. Dieser habe seine Wohn- und Zufluchtsorte aufgrund der Polizeimaßnahmen in Berlin verloren, außerdem suchten die Ermittler inzwischen mit aktuellen Fotos nach ihm. Garweg müsse "unter enormem Druck" stehen, sagte der Sprecher.
Es sei daher zu hoffen, dass die Lage nicht eskaliere, fügte er hinzu. Aus juristischer Sicht sei darüber hinaus zu bedenken, dass ein es in der Regel strafmildernd wirke, wenn sich ein Täter stelle oder ein Geständnis ablege.
M.O.Allen--AT