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Neuer Prozess gegen vier Ägypter nach Mord an italienischem Studenten in Kairo
Mehr als acht Jahre nach dem Mord an dem italienischen Studenten Giulio Regeni in Kairo hat in Italien am Dienstag ein neuer Prozess begonnen. Vier ägyptischen Sicherheitsbeamten wird in Abwesenheit der Prozess gemacht. Regenis Eltern und seine Schwester entrollten vor dem Prozessauftakt ein großes gelbes Banner mit der Aufschrift "Wahrheit für Giulio Regeni", bevor sie das Gerichtsgebäude betraten.
Regeni, der an der britischen Universität Cambridge promovierte, war am 25. Januar 2016 in Kairo verschwunden. Neun Tage später wurde er am Stadtrand der ägyptischen Hauptstadt tot aufgefunden. Seine Leiche wies schwere Folterspuren auf. Regeni forschte in Kairo zu ägyptischen Gewerkschaften - ein brisantes Thema in dem nordafrikanischen Land.
Ein erster Prozess gegen vier ägyptische Sicherheitsbeamte, die Regeni nach Erkenntnissen italienischer Ermittler entführt, gefoltert und getötet hatten, war 2021 am ersten Prozesstag eingestellt worden, weil es der Staatsanwaltschaft nicht gelungen war, die Angeklagten offiziell über das Verfahren zu informieren. Im vergangenen September entschied der italienische Kassationsgerichtshof aber, dass ihnen auch in Abwesenheit der Prozess gemacht werden kann.
Auch an dem neuen Prozess werden die Angeklagten nicht teilnehmen. "Sie sind absolut unauffindbar", sagte der Pflichtverteidiger Tranquillino Sarno vor Prozessbeginn. Selbst im Falle einer Verurteilung ist also nicht damit zu rechnen, dass sie ihre Strafe verbüßen.
Der Umgang mit dem Fall Regeni hat immer wieder zu heftigem Streit und diplomatischen Spannungen zwischen Rom und Kairo geführt. Die italienischen Ermittler gehen davon aus, dass Regeni getötet wurde, weil er für einen ausländischen Spion gehalten wurde. Die ägyptischen Behörden haben eine Verwicklung in die Ermordung des 28-Jährigen aber stets bestritten. Zunächst behaupteten sie, Regeni sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zuletzt hieß es, er sei von einer kriminellen Bande entführt und getötet worden.
R.Lee--AT