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Japan will nach verheerendem Erdbeben Fonds für Katastrophenhilfen verdoppeln
Nach dem verheerenden Erdbeben vom Neujahrstag will Japan seine Katastrophenhilfen nahezu verdoppeln. Für das im April beginnende Haushaltsjahr werde die Regierung ihren Reservefonds für Notfälle, Katastrophen und wirtschaftliche Krisen von 500 Milliarden Yen auf eine Billion Yen (6,26 Milliarden Euro) aufstocken, sagte der stellvertretende Regierungssekretär Hiroshi Moriya am Dienstag vor Journalisten.
Für den Wiederaufbau der von der Katastrophe betroffenen Gebiete sei "ununterbrochene Unterstützung notwendig", sagte Moriya. Der überarbeitete Haushaltsentwurf soll nach seiner Billigung durch das Kabinett dem Parlament zur Verabschiedung vorgelegt werden.
Unabhängig davon sollen Moriya zufolge rund 100 Milliarden Yen aus dem Reservefonds des laufenden Haushaltsjahres für ein Hilfspaket für die Opfer des Neujahrsbebens bereitgestellt werden.
Die japanische Hauptinsel Honshu war am Neujahrstag von einem schweren Beben der Stärke 7,5 sowie dutzenden Nachbeben erschüttert und von Tsunamiwellen getroffen worden. Zahllose Häuser auf der in der Präfektur Ishikawa gelegenen Halbinsel Noto stürzten ein oder wurden beschädigt. Straßen wurden unpassierbar, ein Großfeuer vernichtete ein historisches Marktviertel in der Hafenstadt Wajima.
Nach vorläufigen Behördenangaben starben mindestens 222 Menschen. In der Küstenregion Ishikawa harren noch immer etwa 16.700 Menschen in Notunterkünften aus, viele ohne fließendes Wasser.
Aufgrund der einbrechenden Kälte in der Region wuchs die Angst vor weiteren Todesfällen sowie vor zunehmenden gesundheitlichen Problemen in den Notunterkünften. Fernsehbilder zeigten eine lange Schlange von Evakuierten mit dicken Mänteln und Regenschirmen, die auf Essensrationen warteten, während andere Kleiderspenden nach Wintersachen durchsuchten.
Am Dienstag teilte die vom Beben verwüstete Stadt Wajima mit, dass sie für die Unterbringung der Vertriebenen in Hotels in anderen Teilen des Landes gesorgt habe. Die Infrastruktur der Stadt sei zerstört, ein vollständiger Wiederaufbau sei "noch nicht in Sicht".
K.Hill--AT