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Japan nach schwerem Erdbeben von Tsunami-Wellen getroffen
In Japan hat ein schweres Erdbeben im Zentrum des Landes einen Tsunami ausgelöst. Erste Tsunami-Wellen seien auf Land getroffen, teilte die japanische Meteorologiebehörde am Montag mit. Zuvor waren die Bewohner in Durchsagen in den japanischen Rundfunksendern aufgerufen worden, sich zu ihrem Schutz sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. In den japanischen Atomkraftwerken wurden nach Regierungsangaben zunächst keine Anomalien infolge des Erdbebens festgestellt.
Das Beben hatte sich am Montag gegen 16.10 Uhr (Ortszeit, 08.10 Uhr MEZ) in der Region Noto in der Präfektur Ishikawa ereignet. Nach neuen Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte es eine Stärke von 7,5. Vorher und nachher wurde eine Reihe von Erdbeben im Abstand von nur wenigen Minuten verzeichnet.
"Alle Bewohner müssen sich sofort in höher gelegene Gebiete begeben", hieß es daraufhin im öffentlich-rechtlichen Sender NHK wegen der Tsunami-Gefahr. Auch die anderen japanischen Sender unterbrachen ihr Programm, um die Menschen vor den drohenden Flutwellen zu warnen. Aus der Stadt Wajima wurde nur gut zehn Minuten nach dem schweren Erdbeben eine 1,20 Meter hohe Tsunami-Welle gemeldet.
Das im US-Bundesstaat Hawaii ansässige Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) erklärte, dass in einem Umkreis von 300 Kilometern um das Epizentrum des Bebens gefährliche Tsunami-Flutwellen möglich seien. Die japanische Meteorologiebehörde warnte, die Wellen an der Nordküste von Zentraljapan könnten bis zu fünf Meter hoch sein.
Der Betrieb der Atomkraftwerke in Japan wurde durch die Erdbeben und Flutwellen nach Angaben der Regierung zunächst nicht beeinträchtigt. "Es wurde bestätigt, dass es Stand jetzt keine Anomalien im Atomkraftwerk Shika (in Ishikawa) und anderen Kraftwerken gibt", sagte Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi.
Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinander stoßen. In diesem Gebiet kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Deswegen gelten in Japan strenge Bauvorschriften, regelmäßig finden Erdbeben-Übungen statt.
Am 11. März 2011 war die japanische Ostküste von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Tsunami getroffen worden. Durch die Naturkatastrophe kamen 18.000 Menschen ums Leben. Der Tsunami traf außerdem auf das Atomkraftwerk Fukushima und führte dort zu gewaltigen Explosionen und zur Kernschmelze in drei Reaktoren. Es war das weltweit schwerste Atomunglück seit dem GAU in Tschernobyl 1986.
Anfang Mai 2023 wurde die Präfektur Ishikawa von einem Erdbeben der Stärke 6,3 erschüttert worden. Dabei war ein Mensch ums Leben gekommen, 49 weitere erlitten Verletzungen.
L.Adams--AT