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Für Silvesterkrawalle beschafft: Große Menge Pyrotechnik in Berlin beschlagnahmt
Ermittler haben in Berlin mutmaßlich unter anderem für Silvesterausschreitungen beschaffte illegale Pyrotechnik beschlagnahmt. Bei Durchsuchungen bei zwei Verdächtigen seien rund 30.000 Böller sowie mehr als 80 sogenannte Kugelbomben entdeckt worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in der Hauptstadt mit. Dazu kamen noch knapp 100 Knallpatronen. Insgesamt habe es sich um eine Menge verbotener Pyrotechnik "im dreistelligen Kilobereich" gehandelt.
Die Durchsuchungen richteten sich gegen einen 42-Jährigen sowie einen 27-Jährigen aus dem Ortsteil Britz im Bezirk Neukölln. Der 42-Jährige soll laut Ermittlern gemeinsam mit seinen beiden Söhnen im Alter von 14 und 16 Jahren über drei Accounts im sozialen Netzwerk Instagram Kugelbomben und andere illegale Feuerwerkskörper verkauft haben. Der Polizei liege "ein Hinweis vor, dass sich unter anderem die aktionsorientierte propalästinensische Szene" über die Internetshops mit illegaler Pyrotechnik versorgt haben könnte, teilten die Behörden mit.
Außerdem bestehe der Verdacht, dass die von den Beschuldigten angebotene Pyrotechnik "insbesondere" in der kommenden Silvesternacht gegen "Berliner Einsatzkräfte eingesetzt" werden könnte, teilten die Ermittler weiter mit.
In der Silvesternacht vor einem Jahr waren Einsatz- und Rettungskräfte in Berlin und anderen Städten massiv angegriffen worden. Zum Teil musste die Polizei ausrücken, um sie beim Löschen von Bränden gegen Angriffe zu schützen. In diesem Jahr werden ähnliche Ausschreitungen befürchtet. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) warnte erst am Donnerstag davor, dass in diesem Jahr Krawalle in der Neujahrsnacht durch den Nahostkrieg und pro-palästinensische Demonstrationen zusätzlich angeheizt werden könnten.
Bei dem 27-jährigen zweiten Beschuldigten sei "ein politischer Bezug" bisher nicht erkennbar, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch er werde allerdings verdächtigt, "im großen Stil" mit Pyrotechnik gehandelt zu haben.
Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler außerdem mutmaßliche Erlöse in Höhe von 50.000 Euro, eine Schreckschusswaffe sowie Beweismittel wie Laptops und Mobiltelefone. Dazu kam als "Zufallsfund" eine größere Menge an gefälschter Markenkleidung. Die Ermittlungen zu den Fällen dauerten an.
Die Behörden warnten zugleich insbesondere vor den sogenannten Kugelbomben. Von diesen gehe aufgrund ihrer Sprengkraft eine erhebliche Gefahr aus. Es handele sich um Großfeuerwerke, die lediglich von Menschen mit speziellen Fachkenntnissen eingesetzt werden sollten. Nötig sei unter anderem ein erheblicher Sicherheitsabstand. Unbeteiligte Menschen könnten verletzt werden.
M.King--AT