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Versicherer: Prozesskosten beim Dieselskandal übersteigen 1,5 Milliarden Euro
Acht Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals haben insgesamt fast 426.000 Menschen gegen Autohersteller geklagt und dafür ihre Rechtsschutzversicherungen bemüht. Mit rund 1,52 Milliarden Euro für Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten ist der Dieselskandal damit der bislang teuerste Schaden in der Geschichte der Rechtsschutzversicherung, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag mitteilte. Etwa drei Viertel der bearbeiteten Fälle sind demnach bislang erledigt.
Im Vergleich zum Mai dieses Jahres stieg die Zahl der Klägerinnen und Kläger mit Rechtsschutzversicherung um 6000 Betroffene. Der durchschnittliche Streitwert sank indes von 26.100 Euro auf 25.300 Euro. Grund dürfte sein, dass nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs zum sogenannten Thermofenster in etlichen Verfahren die angesetzten Streitwerte niedriger angesetzt werden mussten, erklärte der GDV.
"Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle summiert sich mittlerweile auf 10,8 Milliarden Euro", erklärte der GDV. Insgesamt bearbeiteten die Rechtsschutzversicherer laut Verbandsangaben jährlich mehr als vier Millionen Fälle und zahlen rund drei Milliarden Euro an Versicherungsnehmer aus.
Nach der Auswertung von 81.000 Fällen zeige sich, dass die Klagen in 47,5 Prozent herstellerunabhängig nicht erfolgreich waren. Nur in 10,4 Prozent der Fälle bekamen die Klagenden vollumfänglich Recht, in 42,1 Prozent waren die Klagen zumindest teilweise erfolgreich.
Der Dieselskandal war im September 2015 bekannt geworden. Der Autobauer Volkswagen räumte damals ein, bei bestimmten Dieselmotoren eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr. Auch andere Autobauer wurden wegen Dieselmanipulationen verklagt.
Ch.Campbell--AT