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Ex-IWF-Chef Rato steht in neuem Prozess wegen Steuerbetrugs vor Gericht
Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, muss sich in seiner Heimat Spanien erneut vor Gericht verantworten. Der langjährige spanische Wirtschaftsminister ist unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Korruption angeklagt, wie das Gericht in Madrid am Freitag mitteilte. Neben Rato wird 16 weiteren Angeklagten der Prozess gemacht.
Rato wird beschuldigt, zwischen 2005 und 2015 insgesamt 8,5 Millionen Euro vor dem spanischen Fiskus versteckt zu haben. Den anderen 16 Angeklagten wird vorgeworfen, ihm beim Aufbau eines betrügerischen Systems zur persönlichen Bereicherung geholfen zu haben.
Der 74-Jährige, der von 2010 bis 2012 die spanische Großbank Bankia leitete, war 2017 in einer Affäre um "schwarze Kreditkarten" wegen Unterschlagung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In einem Prozess wegen Betrugs und Bilanzfälschung im Zusammenhang mit dem Börsengang von Bankia im Jahr 2011 wurde er vor drei Jahren hingegen freigesprochen.
Rato war von 1996 bis 2004 spanischer Wirtschaftsminister und zugleich Stellvertreter des konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar. Von 2004 bis 2007 war er IWF-Chef.
Die Staatsanwaltschaft fordert in dem neuen Prozess insgesamt 70 Jahre Haft für Rato. Nach ihren Angaben soll er zur Steuerhinterziehung mehrere Investmentgesellschaften mit Sitz in Irland, Panama und Großbritannien genutzt haben, die über "eine Vielzahl von Bankkonten" agierten, die unter anderem auf den Bahamas, in der Schweiz, in Luxemburg, im Vereinigten Königreich, in der Schweiz und in Monaco eröffnet worden seien.
R.Garcia--AT