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Klein, effizient und revolutionär: Das IPOP‑Elektroauto aus dem Elsass
Anfang Mai 2026 präsentierten die elsässische Firma IPOP Automobiles und das Musée national de l’automobile in Mülhausen ein neuartiges Elektroauto. Der Zweisitzer/Viersitzer trägt den Namen IPOP und bricht bewusst mit Konventionen: Sein Motor ist nicht wie üblich zentral verbaut, sondern sitzt direkt im Rad. Der Prototyp wird fast vollständig in Frankreich gefertigt; nur die Batteriezellen werden aus China bezogen.
Optisch erinnert der IPOP an eine Mischung aus Beach‑Buggy und Golf‑Cart. Das modulare Fahrzeug kann als Zwei‑ oder Viersitzer konfiguriert werden, mit oder ohne Türen und auf Wunsch mit Zwei‑ oder Allradantrieb. Der Radmotor ist laut Erfinder Christophe Winkelmuller der Schlüssel zu mehr Effizienz. Er glaubt, dass die Radmotor‑Technik die Elektrifizierung der Autos revolutionieren wird, so wie vor zehn Jahren der Durchbruch bei den Batterien. Die radnahen Aggregate sollen das Auto kleiner, leichter und günstiger machen, gleichzeitig aber mehr Platz im Innenraum schaffen.
Der IPOP wird in zwei Versionen angeboten: IPOP 45 und IPOP 90. Die Variante 45 ist ein Leichtquadricycle (L6e) mit zwei Sitzen, 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer ab 14 Jahren (Führerschein AM). IPOP 90 ist ein viersitziger „Quadricycle lourd“ (L7e) mit bis zu 90 km/h und optionalem Allradantrieb. Die technische Ausstattung umfasst einen 15‑kW‑Radmotor (~20 PS), Lithium‑Eisenphosphat‑Batterien mit 48 V sowie eine Reichweite von rund 135 km und 4–5 Stunden Ladezeit. Das Leergewicht liegt zwischen 500 und 600 Kilogramm, das Kofferraumvolumen bei 350 Litern.
Trotz seiner kompakten Abmessungen soll der IPOP wirtschaftlich interessant bleiben. Nach Angaben des Herstellers beginnen die Preise bei 11 000 Euro für den IPOP 45; die IPOP‑90‑Version kostet ab 15 000 Euro und mit Allradantrieb etwa 17 000 Euro. Die Fertigung in Frankreich und die Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen Zulieferern stärken die Industrie im Elsass. Hervé Muller von Muller International Business betont, dass es ein wichtiges Signal sei, wenn ein Kunde aus dem Elsass möglichst viele lokale Unternehmen beauftragt. Das Fahrzeug ist noch nicht für den Straßenverkehr zugelassen; erste Auslieferungen sind für 2027 geplant, sofern die Straßenzulassung erteilt wird.
Während die Automobilindustrie in Deutschland und Frankreich von hartem Wettbewerb, hohen Kosten und geopolitischen Spannungen gezeichnet ist, setzt der IPOP einen optimistischen Akzent. Als günstige, lokal produzierte Alternative zu schweren Elektro‑Quadricycles könnte er den Markt beleben und die Elektromobilität für breite Bevölkerungsschichten attraktiver machen.